GESCHICHTEN, Tipps und was ich erzählen möchte.





     Die Saison ist beendet. Jetzt geht es in die Winterpause.

                  

 


                                                                        



                                                                                                                           

Ein märchenhaftes Märchenbuch

Ich habe ein wunderschönes Buch bekommen. Es heißt " MÄRCHENGUT" und enthält alte Märchen erzählt in deutscher und englischer Sprache. Zauberhaft illustriert von Katja Mackens-Hassler,        

 Das Buch ist auf sehr edlem Papier gedruckt und wunderbar gestaltet. Erschienen ist es unter ISBN 978-3-00-066578-3 in der Märchen Werkstatt no 8. Vielleicht habt Ihr so viel Freude daran wie ich.  Luschern könnt Ihr unter www.märchengut.com

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Meine Geschichten


Juwel

Es ist viele Jahre her. Ich erholte mich gerade von einem Sturz. Ein Jahr Zwangspause. Das ist bitter! Aber wenn der Schmerz nachlässt, drängt es den Reiter wieder aufs Pferd. Ein ruhiges, nicht mehr ganz so junges Pferd, dass mir das Vertrauen zurück gibt.

In der Heide gab es einen Pferdehändler, der mit Pferden aus der DDR handelte. Genau das Richtige für meinen Geldbeutel. Auf dem Hof hatten sich etliche Leute eingefunden und warteten auf den angekündigten Transport aus Köten. Um uns bei Laune zu halten, rückte Herr B die Karten mit Fotos und Daten der Verkaufspferde heraus. Das war wie beim Winterschlussverkauf. Ein Gedränge und Streiten um die vermeintlich „besten Pferde”. Meine Verletzung war an der Wirbelsäule, meine Ellenbogen waren unversehrt. Ich ergatterte eine Karte mit dem Bild einer Schönheit.

2 jähriger Hengst - Schimmel - Stockmaß 172 - noch nicht geritten

Mein Mann macht nicht viele Worte aber an dieser Stelle äußerte er sich. „Das ist nicht was Du wolltest.” - Stimmt! Aber .................. „das ist meiner!”

Es wurde dunkel. Keine Pferde doch keiner gab auf. Die Karten fest in der Hand. Schwierigkeiten am Grenzübergang. Das war damals üblich. Am späten Abend trafen die Transporter endlich ein. Es wurde laut und lebendig. Die ersten Pferde wurden abgeladen. Kein Schimmel, die zweite Rampe. Kein Schimmel. Inzwischen wurde schon untersucht und getrabt, gehandelt und lamentiert. Kein Schimmel! Der 2. LKW wurde geöffnet und abgeladen. Wieder nix. „War das der Letzte?” Brüllte Herr B. Als Antwort kam Geschrei, Getrampel und irgendwas ging kaputt.

Mit einem riesigen Satz erschien mein Schimmel mit einem Männlein das pöbelte und sich kaum auf den Beinen halten konnte. Was für ein Pferd! Gewaltig, imposant und wunderschön. Geballte Kraft und Selbstbewusstsein, mit Augen zum anfassen. Alles floh und machte Platz. Diesen Respekt hat sich mein Schimmel bis ins hohe Alter verschafft. Ich war total betört. Ganz aus der Ferne vernahm ich noch meinen Mann: „Echt jetzt?”

Es war Liebe auf den ersten Blick. Er war eigenwillig, Unterordnung kam für ihn nicht in Frage. Er hasste Menschen, Hunde und Pferde. Sein Ruf war skandalös. Aber mein „Juwel” war der wertvollste Edelstein den ich je besaß. Ihm gehörte mein Herz und seines gehörte mir allein.

Er starb 2001




 


Was so alles passieren kann

In jungen Jahren hatte ich, wie die meisten jungen Leute, Freude an schicken, schnellen Flitzern. So war ich stolze Besitzerin eines Sportwagens. Nicht eben praktisch, wenn man eine deutsche Dogge und einen Corgi sein Eigen nennt. Aber wat mut dat mut. Für Kuddel den Beifahrersitz ausgebaut und für Dolly Dudel reichte der Notsitz. Das war ein lustiger Anblick, wenn die Dogge so aufrecht neben mir saß. Einmal sagte jemand zu mir: „Was hattest du denn da für eine hässliche Alte neben dir?”

Nach einem anstrengen Arbeitstag musste ich auf dem Heimweg noch tanken. Ganz verträumt, an mein Auto gelehnt, wartete ich darauf, dass der Tank voll war. „Hasst du ein Loch im Tank, oder was dauert da so lange? Andere wollen auch nach hause. Verdammt.” Offenbar wartete noch jemand. Ein vom Zorn und Stress gerötetes Gesicht versuchte mich mit Blicken zu töten. Ich hatte auch einen stressigen Tag hinter mir, aber als Geschäftsfrau war ich gezwungen mich zu mäßigen. So verkniff ich mir, den berüchtigten Mittelfinger und dachte. Jetzt erst recht! Ich holte lässig mein Geld aus dem Wagen, schlenderte zur Kasse, suchte noch etwas in den Regalen herum und unterhielt mich ein wenig mit dem Kassierer. Für diese Frechheit sollte ich sogleich bestraft werden. Geschrei und Lärm holte mich aus meiner Arroganz. „Hilfe, Hilfe ,so helft doch, warum hilft mir denn keiner!!!”

Oh Gott, meine Hunde ........... Draußen spielte sich ein Drama ab. Mein sonst so friedlicher Kuddel hatte Streit mit dem „netten”, ungeduldigen Mann. Er hatte den Kerl vorne an der Jacke gepackt und schüttelte ihn hin und her wie eine Stoffpuppe. Manno, so ein Kraftpaket. Ich gebe zu, ich war ein wenig stolz auf diesen starken Beschützer. Kuddel war gerade dabei, seine Beute in die umgefallenen Oeldosen und den Wassereimer zu drücken, da hatte ich mich wieder im Griff. „AAAAAUUUUUS!” Oft geübt und siehe da, es hat sich gelohnt. Er lies den Mann fallen und sprang in sein Auto.

Dolly Dudel's Leine hatte sich verheddert und sie musste sich mit kläffen begnügen. Gott sei Dank. Die hätte sich nicht mit der Jacke zufrieden gegeben. Der arme Mann! Halb saß er, halb lag er. Die Augen weit aufgerissen, kreideweiß und stumm. Die Frau dagegen machte sich richtig Luft. „Das kommt davon. Du immer mit deiner Ungeduld, kannst du nicht EINMAL auf mich hören? Sieh dich an, bist du nun zufrieden?”

Und so weiter - Nun tat er mir doch leid. Verletzt war glücklicher Weise nur sein Stolz. Ein paar kleine Kratzer, abgerissene Knöpfe, sonst nichts. Puh, Glück gehabt. Allerdings war der Schock nicht von schlechten Eltern. Er war unfähig ein Wort zu sagen, starrte nur vor sich hin. Tatü-tata. Die Polizei ! Ohje „Was haben wir denn hier? Das war ein Hund? Wo ist das Biest?” - Jetzt wurde ich blass. „Er tut so was sonst nicht”, ein Satz, den wohl jeder Hundebesitzer schon mal bemüht hat. In diesem Moment bemerkte ich erst, dass meine Fahrertür offen stand. Wieso? Aus Angst, die Polizisten könnten meinen Hund erschießen, verschloss ich sie blitzartig. Die gute, mitfühlende Ehefrau machte freundlicher Weise eine Aussage, die das ganze Geschehen erklären konnte. „Mein Mann wollte den Sportwagen nur ein Stück vor fahren. Er hatte es doch so eilig. Er hat den Hund erst gesehen, als er die Tür aufgemacht hat.” - Oh, mann. Die waren sicher beide geschockt. „Ja und dann ist mein Mann hinten über gefallen und der Hund hat ihn gepackt.” - Das war also der Tathergang.

Es endete mit einem Schmerzensgeld von 3000.- D-Mark, einer Verwarnung, weil der Wagen nicht verschlossen war und Beißkorb-Zwang für meinen Kuddel. Schietkram Natürlich hat der Hund Zeit seines Lebens vergessen den blöden Beißkorb an zu legen. Er hat ihn auch nie wieder gebraucht.




 

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Rituale

Morgens um 5 Uhr auf der Steinschom Burg

Einen Wecker brauche ich nicht. Mich weckt meine innere Uhr. Ich schlafe im oberen Teil meines alten Bauernhauses. Nur zu erreichen über eine alte, steile Stiege. Lebensgefährlich für meinem großen Doggenmann. Also müssen die Hunde zu ihrem Leidwesen unten bleiben. Sobald ich die Augen öffne ist Calle hellwach ... keine Ahnung wie er das hört. Er rennt umher und sucht seinen wertvollsten Besitz, seinen Ball. Gefunden, juchu!

Im Bademantel stehe ich an der Treppe und sehe herab auf meine beiden Jungs. Sie sitzen aufrecht am Fuße der Treppe. Erwartungsvoll und fröhlich schauen sie zu mir herauf. Ein Anblick, der mich jeden Morgen beglückt. Jetzt heißt es alle Kraft zusammen zu nehmen und mich der Herausforderung zu stellen. Unten angekommen überkommt mich ein Feuerwerk an Temperament und Freude. Sie springen und hüpfen, drängeln und schubsen, Calle schiebt seine nasse, kalte Nase unter meinen Bademantel und versucht an meinem teuersten Besitz zu schnüffeln. Unter dessen schiebt mich meine fast 90 Kilo schwere Zuckerschnut durch die ganze Bude. Es ist nicht leicht auf den Beinen zu bleiben. Der Ball ist meine Rettung. Den werfe ich in die Küche. Calle hinterher. Das verschafft mir Zeit mich zu fangen und meinen Großen mit beiden Händen zu puscheln. Das stellt ihn für's Erste zufrieden. Calle ist zurück. Jetzt stehen ihm beide Hände zu.

Geschafft! Kaffee aufsetzten, Toaster anwerfen und das wichtigste: Leberwurst auf Weißbrot für meine Jungs zum Frühstück. Calle ziert sich nicht lange und haut rein. Meine Zuckerschnut ist da ganz anders. Er stolziert umher und lässt mich rufen. Er legt sich auf den Teppich und ignoriert mich. Ich lege den Stapel aus 3 Scheiben Leberwurst Brot vor ihn. Er schaut weg. „Ach nun schau doch mal, was dein Mütterlein dir feines gebracht hat. Das schmeckt doch so gut. Nimm es hin.....” Na ja, gucken kann man mal. Er schielt auf sein Frühstück. Ist das Leberwurst oder wieder nur Butter? Jetzt muss ich zum Äußersten übergehen, „soll der Calle dieses schöne, leckere Brot haben?” - Natürlich nicht! Und weg ist der Stapel Brot.

Nun können wir den Tag beginnen.
Die Welt ist noch in Ordnung